News und Blog
Die Macht der Worte (Teil 1) Drucken E-Mail

Statement zu den Begrifflichkeiten Transfrau - Transmann

Immer häufiger liest und hört man die Bezeichnungen "Transfrau" und "Transmann", wenn von Menschen gesprochen wird, die im Wortstamm ihrer bezeichnenden Problematik das Adjektiv "Trans" enthalten. So wird die Bezeichnung "Transfrau" mittlerweile beispielsweise sowohl von Transvestiten, Transgendern, Transidenten, wie auch Frauen, die mit der transsexuellen Problematik geboren wurden, verwendet.

Es gibt jedoch auch zahlreiche Frauen und Männer, die mit der transsexuellen Problematik (HBS) geboren wurden, die es ablehnen, sich als "Transfrauen" oder "Transmänner" bezeichnen zu lassen. Denn Transfrau oder Transmann heißt übersetzt nichts anderes als "jenseitige Frau", beziehungsweise "jenseitiger Mann". Man gibt den betroffenen Menschen somit also klar und deutlich zu verstehen, dass sie offensichtlich keine "richtigen" Frauen und Männer sind, sondern Jenseitige. Genetisch gesunde Frauen und Männer werden hingegen Bio-Frauen und Bio-Männer genannt, abgeleitet von biologisch gebürtigen Frauen und Männern (biologisches Geschlecht). Oder man nennt sie Cis-Frauen und Cis-Männer, Frauen und Männer im "Diesseits" (cis=diesseitig).

Nochmals kurz zusammengefasst:
Indem man also beispielsweise eine Frau, die das schreckliche Pech hatte, mit gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen geboren worden zu sein, als Transfrau bezeichnet, gibt man ihr zu verstehen, dass sie eine "jenseitige", nicht-biologische, so gesehen also künstlich erschaffene Frau ist. Was genau an dieser Frau konkret "jenseitig" sein soll, wird dabei aber offen gelassen. Denn erst mit dem zweiten Wort der Wortzusammensetzung "Transsexualismus" würde ja ein Hinweis auf das eigentliche körperliche Grundproblem dieser betroffenen Frauen gegeben werden. Dann nämlich erst wird ersichtlich, dass sich das Adjektiv "Trans" gar nicht auf die jeweilig betroffenen Frauen bezieht, sondern vielmehr auf deren jenseitig entwickeltes, körperliche Geburtsgeschlecht (Sexus) und es deshalb eigentlich gar nicht korrekt sein kann, dieses Adjektiv "Trans" aus dem Zusammenhang der Wortzusammensetzung "Transsexualismus" heraus zu reißen, um es vor das Wort "Frau" zu setzen. 

Es kann also nur falsch sein, sich als "jenseitige" Frau (Transfrau) bezeichnen zu wollen, wenn man auf das eigentliche körperliche Handicap der gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmale (Sexus) hinweisen will. Vielmehr wertet man sich selbst mit einer solchen unpässlichen Verwendung des aus dem Zusammenhang gerissenen Adjektivs "Trans" ab. Ich persönlich würde mich nie als Transfrau bezeichnen, denn ich bin keine "jenseitige" Frau. Lasst Euch dieses aus dem Zusammenhang gerissene Adjektiv nicht als Stempel aufdrücken. Ihr seid keine jenseitigen Frauen und Männer, nur weil Ihr das Pech hattet, mit einem körperlichen Handicap geboren worden zu sein! Ich persönlich lehne auch Begrifflichkeiten wie zum Beispiel "Bio-Frau" ab, mit denen ich mich von meinen genetisch gesunden Geschlechtsgenossinnen ja nur unnötig abgrenzen würde.
 
Fälschlicherweise werden durch das Vorhandensein des Adjektivs "Trans" in den Wortzusammensetzungen der verschiedenen Begrifflichkeiten Transvestismus, Transgenderismus, Transidentität, Transsexualismus usw... auch immer wieder Gemeinsamkeiten konstruiert, die es so natürlich von den Verschiedenartigkeiten der Problematiken und Motivationen her gar nicht geben kann, zumal das Wörtchen "Trans" ja wie gesagt nur ein Eigenschaftswort ist, dessen Sinn, beziehungsweise dessen Hinweis auf die Grundproblematik erst mit dem darauf folgenden zweiten Wort der angewendeten Wortzusammensetzung erkennbar wird und außerdem ja auch in komplett andersartigen Wortzusammensetzungen wie zum Beispiel "Transrapid" Verwendung findet. Es ist im Prinzip deshalb nicht korrekt, von "Trans*-Gruppierungen" oder "Trans*-Personen" zu sprechen, wie es zum Beispiel in LGBT und queeren Kreisen gerne gemacht wird. Denn damit kann man dann nur "jenseitige*-Gruppierungen" und "jenseitige*-Personen" meinen. Und das klingt mehr als nur abwertend... Meine diesbezügliche Sicht dieser Dinge ist nicht etwa kleinlich oder pingelig, sondern selbstbewusst und emanzipiert!

Die neue Rubrik "Macht der Worte" wird fortgesetzt....

 

 

 
Brief an LSVD e.V (02.11.20111) Drucken E-Mail

Hier veröffentliche ich eine persönliche und vielleicht auch ein bisschen emotional geschriebene Mail an LSVD e.V. bezüglich ihres aktuellen Fragebogen zur Lebenssituation von Trans*menschen, was auch immer damit gemeint sein mag. Die Mail hat der Verein LSVD (Lesben- und Schwulenverband in Deutschland) bereits erhalten. Meine persönlichen Daten werde ich hier aus Daten- und Personenschutzrechtlichen Gründen unkenntlich machen. Sofern jemand über mich, die Autorin dieser Blog Artikel, was erfahren will, ist es sowieso ein Leichtes, dies anhand einer Whoiswho-Domainabfrage zu machen:

"Guten Tag,
ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin S..., eine Frau mit transsexueller Vergangenheit. Also eine Frau, die ursprünglich mit dem Handicap gegengeschlechtlicher Körper- und Geschlechtsmerkmalen geboren wurde. Dieses angeborene körperliche Problem habe ich aber mittlerweile operativ und hormonell korrigieren lassen. Ich bin verheiratet und wohne mit meinem Mann in .... Kinder habe ich leider keine, da ich aufgrund meines körperlichen Handicaps nie schwanger werden konnte.

Ich bin über Ihre Studie http://nrw.lsvd.de/downloads/NRW_Studie_Fragebogen_Formular.pdf gestolpert, die mich natürlich als ehemalig betroffene Frau von der Fragestellung her erst einmal sehr interessierte. An und für sich ist es wohl eine gute Idee, eine solche empirische Studie für betroffene Menschen ins Leben zu rufen. Und wie mir die Kontakt-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. suggeriert, sollen mit dieser Studie wohl vorwiegend transsexuelle Menschen angesprochen werden.

Und genau da liegt der Haken... Diese Studie liegt bisher nämlich vorwiegend in Transgenderforen aus, in denen komplett andere Trans*-Gruppierungen dominieren. Das fängt beim fetischistischen Damenwäscheträger an, der sich Damenunterwäsche anzieht, um sich damit sexuell zu erleichtern, zieht sich dann über sogenannte Drag-Queens weiter, die als überzeichnete Frauenkarikaturen Spaß haben und Party feiern wollen, geht dann zu den sogenannten Freizeitfrauen über, meist verheiratete Ehemänner, die in ihrer Freizeit aus verschiedensten Gründen ihren transvestitischen Neigungen nach gehen, oftmals verschämt und heimlich oder auf speziellen Partys und nicht selten sexuell motiviert und nicht zu vergessen die Transgender, die ihr soziales Geschlecht als nicht bindend ansehen, um dann ganz zum Schluss bei ein paar wenigen transsexuellen Menchen zu landen, die das schreckliche Pech hatten, schon seit Geburt an mit einem „falschen“ Körper, beziehungsweise mit gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen geboren worden zu sein und unter diesem Um- oder vielmehr Missstand leiden.

Und von all diesen Menschen, die durch die verschiedensten Problematiken und Beweggründen betroffen sind, wird dieser Fragebogen nun ausgefüllt. Nur schon, dass ich als Frau, die das schreckliche Pech hatte, mit gegengeschlechtlichen Körper- und Geschlechtsmerkmalen geboren worden zu sein, in ein und den selben Topf mit all den anderen Trans-* Gruppierungen geschmissen werde, ist für mich schlussendlich die größte Diskriminierung, die ich mir überhaupt vorstellen kann und die mir je widerfahren ist. Nur weil diese Menschengruppen in ihren Bezeichnungen das Wörtchen "Trans" enthalten, heißt das nicht, dass man uns in ein und denselben Topf schmeißen kann, Menschen also, die im Prinzip ja von komplett unterschiedlichen Problematiken und Motivationen betroffen sind. Wer das dennoch tut, gibt betroffenen transsexuellen Menschen zu verstehen, dass sie deren körperliche Problematik nicht ernst nehmen oder nicht verstehen. Mit dieser Gleichmacherei wird man niemandem dieser Menschen mehr gerecht, sondern man tut ihnen Unrecht und diskriminiert sie damit auf Schärfste. Es gibt diese große homogene Trans*-Gruppierung, wie sie von manchen Menschen schön geredet wird, nicht!

In ganz Deutschland existiert nur ein einziges Forum für transsexuelle Menschen. Derzeit sind dort über 600 Frauen und Männer, die mit der transsexuellen Problematik geboren wurden, angemeldet. Die Adresse lautet: http://www.transsexuell-forum.de/WBB3.0.8/index.php Wer wirklich etwas über Frauen und Männer erfahren will, die mit der transsexuellen Problematik geboren wurde, wird nicht umhin kommen, sich mit genau diesen Menschen an einen Tisch zu setzen.

Alle anderen Foren in Deutschland sind gemischte Transgender Foren, bei denen transsexuelle Menschen zum einen sowieso in der Minderzahl sind, beziehungsweise meist von Transgender-Gruppen dominiert werden, zum anderen die verschiedensten Problematiken und Motivationen, die teilweise nichts miteinander gemein haben, aufeinander prallen und somit ein völlig verfälschtes Bild oder verfälschter Eindruck von transsexuellen Menschen, der sich mittlerweile teilweise ja leider sogar bis in politische Kreise zieht, vermittelt wird. So wird immer wieder der Eindruck einer mehr oder weniger homogenen Trans*-Gruppierung vermittelt, die es eigentlich gar nicht gibt. Man bedient sich dabei bewusst dem gemeinsamen Wortstamm "Trans", der all diesen verschiedenen Gruppierungen obliegt, um eine solche Gemeinsamkeit zu suggerieren. Dabei gibt jeweils ja erst das nachfolgende Wort der jeweiligen Wortzusammensetzungen einen wirklichen Hinweis auf die Problematik und Motivationen der Betreffenden. So passiert es, dass Transvestiten, Transgender, transidente Menschen und transsexuelle Menschen in und den selben Trans-Topf geschmissen werden. Richtig schlimm ist das!

Und so kommt es, dass ich mich (eine verheiratete Frau) aufgrund meiner transsexuellen Vergangenheit schlussendlich mit einem Damenwäschefetischisten, der seine Neigungen aus einer reinen sexuellen Motivation heraus auslebt, als sogenannte "Transfrauen" in ein und demselben Topf wieder finde. Überlegen Sie sich einmal, wie ich mich dabei fühlen muss!

Nur schon die Begrifflichkeit "Transfrau" ist im Prinzip eine Diskriminierung. Was heißt das denn übersetzt? Ich sage es Ihnen; "jenseitige" Frau! Was will man mir damit sagen? Dass man mich nicht einfach als Frau sehen kann oder will? Weshalb kann man nicht korrekt von Frauen und Männer, die mit der transexuellen Problematik geboren wurde, schreiben? Oder schlicht von transsexuellen Frauen und Männer? Oder von transsexuellen Frauen und Männer und Transgender, falls beide Gruppierungen gemeint sein sollen? Darf ich nicht einfach nur Frau sein und mich als Frau fühlen? Muss ich mich jetzt "Transfrau" nennen/titulieren lassen? Bin ich für Sie eine "jenseitige" Frau? Worte können so wahnsinnig verletzend sein, wenn sie unbedacht und unüberlegt gewählt werden.

Für die einen mag die Wortwahl „Transfrau/Transmann“ stimmen, für andere stellt sie eine reale Diskriminierung dar. Wäre es deshalb nicht besser, die korrekten Bezeichnungen für die jeweiligen Problematiken zu verwenden? Wenn man eine transsexuelle Frau ansprechen will, kann man das doch auch klar und deutlich schreiben. Dann weiß wenigstens jeder, dass eine Frau gemeint ist, die mit der transsexuellen Problematik geboren wurde.

Wie gesagt, Ihre teilweise diskriminierende Umfrage wird absolut keine Aussagekraft in Bezug auf wirklich betroffene transsexuelle Menschen haben, weil diese Umfrage nämlich von Hinz und Kunz ausgefüllt werden wird, ob jetzt mit direktem Bezug zur Thematik, oder eben auch nicht. Diese Tendenz kann man bereits jetzt in Transgender- und Fetischforen beobachten. Und nachträglich wird man uns transsexuellen Menschen die Auswertungen als neueste Erkenntnisse um den Kopf hauen und wir fragen uns ein Mal mehr, woher außenstehende Menschen nur diesen Unsinn nehmen. Das schmerzt richtig.

Bei der Umfrage gibt es übrigens viel zu wenig Textfelder für Ergänzungen. Auch sind die Fragestellungen teilweise sehr verletzend. Wie Sie ja sicherlich nur unschwer an meiner Mail heraus lesen können, bin ich über diesen unglücklichen Versuch einer "empirischen" Studie, die schlussendlich aber leider nur eine weitere verfälschte und verzerrte Darstellung der Wirklichkeit wieder geben wird, mehr als enttäuscht. Eine Studie, die eine Trans*-Gruppierung anspricht, die es so gar nicht gibt, kann leider keinerlei Aussagekraft enthalten. Sie ist wertlos oder verwässert, verzerrt und verfälscht sogar die tatsächliche Problematik wirklich betroffener Menschen.

Wie gesagt: Falls Sie wirklich ernsthaft aussagekräftige Informationen zu den Problemen transsexueller Frauen und Männer erhalten wollen, kommen Sie nicht umhin, sich mit der größten deutschsprachigen Selbsthilfegruppe für transsexuelle Menschen zusammen zu setzen. Den Link zu diesem Forum habe ich ja bereits gepostet. Indem Sie jedoch alle Trans*-Gruppierungen in ein und denselben Topf schmeißen, tragen Sie maßgeblich zur Diskriminierung transsexueller Frauen und Männer bei.

Die größte Hilfe für transsexuelle Frauen und Männer gegen Diskriminierungen und Diffamierungen dürfte wohl sein, wenn nicht-betroffenen Menschen lernen würden, zwischen den verschiedenen Problematiken und Motivationen zu unterscheiden und nicht einfach alles, was sie nicht richtig verstehen können, immer während in ein schwammiges, undefinierbares Trans*--Töpfchen schmeißen. Damit wird man niemandem mehr gerecht. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Mit freundlichem Gruß,
S..."

 

 

 
HBS Im Vergleich zu Transidentität Drucken E-Mail
Transidentität:
trans (lateinisch) -> jenseitig, darüber hinaus
Idem (lateinisch)  -> derselbe, dasselbe, der gleiche

Übersetzt könnte mit Transidentität eine "jenseitige" Identität gemeint sein.

Ähnlich wie mit der Begrifflichkeit Harry Benjamin Syndrom, wollte man mit dieser Bezeichnung ursprünglich ebenfalls den medizinischen Terminus Transsexualismus ablösen, zumal die Begrifflichkeit "Transsexualität" fälschlicherweise leider oftmals mit einer sexuellen Problematik oder gar mit einer sexuellen Präferenz in Verbindung gebracht wird. In der Tat zieht der einfache Normalbürger, der sich noch nie mit der Thematik, beziehungsweise Problematik befasst hat, gerne eine solche Querverbindung ins “Sexuelle”, obwohl das Wörtchen “Sex” im Wortstamm von Transsexualismus eigentlich nichts mit körperlicher Liebe zu tun hat, sondern ursprünglich vom Englischen abstammt und nichts anderes als “körperliches Geschlecht” bedeutet.

So erfanden einige Menschen also die Bezeichnung “Transidentität” und versuchten diese neue Begrifflichkeit anderen Menschen, die mit einer körperlichen Problematik geboren wurden, aufzuzwängen, ohne sich jemals Gedanken darüber gemacht zu haben, ob man sich als betroffener Mensch mit dieser neuen Begrifflichkeit überhaupt richtig bezeichnet und beschrieben fühlt.

Weshalb aber ist es falsch einen Menschen, der mit gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen geboren wurde, als Transident oder transidenten Menschen zu bezeichnen?

Im sozialpsychologischen Sinne versteht man unter Identität zum Beispiel die Kombination der Merkmale, anhand deren sich ein Individuum von anderen unterscheidet. Das erlaubt den Menschen eine eindeutige Identifizierung. Auf die Geschlechtsidentität bezogen ist das bei Menschen, die mit dem Harry Benjamin Syndrom (echter Transsexualismus) geboren wurden, die Identifikation als Frau oder Mann, trotz gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen, was für die Betroffenen jedoch in erster Linie ein körperliches Problem darstellt und kein Identitätsproblem! Wer diese Frauen und Männer jedoch als Transidente bezeichnet, zweifelt diese eindeutig weibliche oder männliche Identifikation an, beziehungsweise konstruiert aus der reelen Diskrepanz zwischen ihrer eindeutigen Identität (Frau oder Mann) und dem unpassenden, gegengeschlechtlich entwickelten Körper ein Identitätsprobleme. Aus einer körperlichen, angeborenen Problematik wird also ein Identitätsproblem konstruiert. Das ist nicht korrekt!

Außerdem stärkt und zementiert die falsche Bezeichnung Transidentität die teilweise längst überholten Thesen, dass Menschen, die mit gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen geboren wurden, generell geschlechtsidentitätsgestörte Menschen sind, beziehungsweise es sich bei der Problematik um ein Identitätsproblem handeln würde. Denn, wenn sich Betroffene schon selbst als "Transident" bezeichnen, sind sie das wahrscheinlich ja auch. Mit der Begrifflichkeit Transidentität stärkt man also diejenigen Menschen, für die wir schon seit Jahrzehnte verrückte Frauen und Männer sind.  

Es ist deshalb enorm wichtig, zwischen Menschen, die das schreckliche Pech hatten, mit gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen geboren worden zu sein und Menschen mit einem Geschlechtsidentitätsproblem (GID / Gender identity disorder) ordentlich zu unterscheiden. Ein Mensch, der mit dem Harry Benjamin Syndrom (echtem Transsexualismus) geboren wurde, hat kein Identitätsproblem, sondern ein körperliches Problem. Ein Mensch, der mit HBS geboren wurde, kann also gar kein transidenter Mensch sein, denn das körperliche Problem eines Menschen, der mit gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen geboren wurde, hat nichts mit seiner klaren, eindeutigen Identität als Frau oder Mann zu tun. Diese Menschen sind nicht gestört oder verrückt. Sie sind nicht Transident!

Als betroffener Mensch stelle man sich einfach mal folgende Fragen:
Habe ich ein (Geschlechts-)Identitätsproblem oder leide ich unter einem körperlichen Problem? Bei einem Identitätsproblem spräche eigentlich nichts dagegen, sich auch weiterhin als "Transident" zu bezeichnen. Für Menschen, die jedoch mit einem körperlichen Problem geboren wurden, trifft diese Bezeichnung schlichtweg nicht zu. Für Menschen, die mit der echten transsexuellen körperlichen Problematik geboren wurden, wird deshalb der neue medizinische Terminus " Harry Benjamin Syndrom" vorgeschlagen, zumal man mit dieser neuen Bezeichnung auch gleich jeglicher unglücklichen Vereinnahmung der Porno- und Sexindustrie einen Riegel vorschieben könnte. Denn die Begrifflichkeit Harry Benjamin Syndrom dürfte, ganz im Gegensatz zu den Begriffen Transsexualität und Transidentität, für diese Leute beim Werbe- und Kundenfang nicht mehr wirklich interessant sein.

Nochmals kurz auf den Punkt gebracht:

Ein Mensch, der mit  dem Harry Benjamin Syndrom (echter Transsexualismus) geboren wurde, ist nicht Transident!

 

 
Geschlechtsumwandlungen gibt es nicht! Drucken E-Mail
In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, wie falsch die Verwendung der antiquierten, volkstümlichen Begrifflichkeit „Geschlechtsumwandlung“ ist. Diese Thema liegt mir nämlich mittlerweile sehr am Herzen. Diesen Beitrag möchte ich gerne mit einem Zitat der Seite http://www.chirurgie-portal.de eröffnen:

“Eingriffe zur Geschlechtsumwandlung heißen in der korrekten Sprache geschlechtsangleichende Operationen (GAOP)” (Quelle: www.chirurgie-portal.de)

Was lernen wir also aus diesem Zitat? Die Verwendung der bürgerlichen Begrifflichkeit Geschlechtsumwandlung ist nicht korrekt! Wieso aber ist es falsch, im Zusammenhang von einer Geschlechts- und Genitalangleichung von “Geschlechtsumwandlung” zu sprechen? Ich werde es Ihnen in diesem Beitrag auf einfache Art und Weise erklären, liebe Leser und zwar aus Sicht Betroffener und aus Sicht der Mediziner.

Betroffene sprechen in der Regel von Geschlechtsangleichung oder Genitalangleichung, denn sie lassen bei diesen Eingriffen die gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmale, die operativ korrigierbar sind, ihrer eigentlichen geschlechtlichen Identität (Frau oder Mann) angleichen. Mit geschlechtlicher Identität umschreibe ich hier simplifiziert das angeborene Gehirngeschlecht, das bei wirklich betroffenen Menschen im Gegensatz zum jeweils gegengeschlechtlich entwickelten Körper, an der Eindeutigkeit Frau oder Mann nichts missen lässt. Für diese Menschen kann deshalb jede Operation, mit der solche gegengeschlechtlichen Fehlentwicklungen korrigiert werden, nur als eine Angleichung an ihr wahres Geschlecht verstanden werden. Deshalb spricht ein Mensch, der mit gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen geboren wurde in der Regel bei allen operativ korrigierbaren Maßnahmen eigentlich immer von einer Angleichung und nicht von einer Umwandlung. Man gleicht den Körper seinem Gehirngeschlecht an.

Natürlich gibt es auch Menschen, die sich aus ganz anderen Motivationen einer solchen Operation unterzogen haben. Menschen, die geglaubt haben, dass man zum Beispiel mit einer Genital-Operation einen Mann zu einer Frau umwandeln kann und die deshalb auch weiterhin konsequent von Geschlechtsumwandlung sprechen. Nur bleibt ein solcher Mensch auch in einer weiblichen Hülle vom Gehirn her immer ein Mann. Denn wer nicht schon vor den hormonellen und operativen Geschlechts- und Genitalangleichenden Maßnahmen eine Frau war, wird es auch danach nie sein. Das Gehirn verändert sich nach einer solchen Operation nämlich nicht. Nur schon deshalb kann es keine Geschlechtsumwandlungen geben, jedenfalls nicht bei Frauen und Männern, die mit gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen, beziehungsweise mit dem Harry Benjmain Syndrom (echter Transsexualismus) geboren wurden. Die lassen sich lediglich ihrem angeborenen Gehirngeschlecht angleichen.

Aus Sicht moderner Mediziner ist die antiquierte Begrifflichkeit “Geschlechtsumwandlung” ebenfalls falsch, wie Sie aus dem Eingangszitat meines Beitrages erkennen können. Jedoch aus ganz anderen Gründen als bei betroffenen Menschen. Ein guter, moderner Mediziner weiß nämlich, dass es nicht möglich ist, einen Körper, der sich gegengeschlechtlich entwickelt hat, umzuwandeln. Es sind ihm medizinische Grenzen gesetzt. So kann er zum Beispiel einer Frau, die mit gegengeschlechtlich entwickelten Genital geboren wurde, operativ zu einer optisch ansprechenden, gefühlsvollen, sensiblen, funktionellen Vagina/Vulva verhelfen. Er kann sie aber zum Beispiel nicht gebärfähig machen. Auch wird die Frau ein Leben lang weibliche Hormone nehmen müssen. nach dem heutigen medizinischen Stand kann es sich also nur um eine bestmögliche Angleichung handeln. Nur schon deshalb hat die Begrifflichkeit Geschlechtsangleichung in aufgeschlossenen medizinischen Kreisen mittlerweile die falsche, unzutreffende, längst überholte Begrifflichkeit Geschlechtsumwandlung abgelöst. In meinem eigenen Operationsbericht, der schon einige Jahre alt ist, wird bereits korrekt von Geschlechtsangleichung gesprochen.

Jeder Mediziner, der heutzutage noch von Geschlechtsumwandlung spricht, offenbart damit, wie wenig reflektiert er bisher mit der ganzen Thematik umgegangen ist. Man kann solche Menschen eigentlich nur immer wieder aufklären, bis sie es endlich begriffen haben. Na ja…, manche sind natürlich auch gegen jegliche Aufklärung resistent. Auch bei Mediziner kann es leider unflexible, sture Menschen geben.

Ich persönlich fühle mich jedes Mal aufs tiefste verletzt, wenn ich im Zusammenhang mit echtem Transsexualismus, beziehungsweise dem Harry Benajamin Syndrom die falsche Begrifflichkeit “Geschlechtsumwandlungen” lese oder höre. Es suggeriert, als ob sich Männer zu Frauen und Frauen zu Männer umwandeln liesen. Das ist aber nicht korrekt. Eine Frau, die z.B. das Pech hatte, mit gegengeschlechtlich entwickelten Geschlechtsmerkmalen geboren worden zu sein, lässt sich lediglich angleichen und nicht umwandeln. Das Verwenden der falschen Begrifflichkeit „Geschlechtsumwandlung“ zementiert nicht zuletzt die GID (Geschlechtsidentitätsstörung) Lüge, mit der man Menschen, die mit gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen geboren wurden, auch heutzutage noch, trotz besseren Wissens, stigmatisiert.

Eigentlich müsste man bei einer Angleichung eines fehlentwickelten Genitals sogar eher von einer Genitalangleichung sprechen und erst bei einer ganzheitlich körperlichen Angleichung, bei der auch alle anderen operativ korrigierbaren, ursprünglich gegengeschlechtlich entwickelten Körpermerkmale angeglichen werden, von einer Geschlechtsangleichung. Ich persönlich schreibe deshalb auch gerne von Geschlechts- und Genitalangleichung. Da ist dann wirklich alles drin. Im Endeffekt bin ich aber schon zufrieden, wenn jemand von Geschlechtsangleichung spricht und nicht beständig die komplett falsche, verletzende Begrifflichkeit Geschlechtsumwandlung verwendet.

In diesem Sinne....

Geschlechtsumwandlungen gibt es nicht!

 

 
Distanzierung vor Homophobie und Transphobie Drucken E-Mail

Dieses Webprojekt distanziert sich hiermit öffentlich vor jeglicher Homo- wie auch Transphobie! Jegliche Homo- wie auch Transphobie lehnen wir ab und verurteilen sie!

Menschen, die mit dem Harry Benjamin Syndrom (echter Transsexualismus) geboren wurden, verstehen sich nicht als feindseelige Gruppierung irgendwelcher Transmenschen, beziehungsweise LGBT-Gruppierungen. Alle diesbezüglichen falschen Anschuldigungen und Unterstellungen weisen wir strikt von uns.

Wenn wir uns gegen eine ungefragte Vereinnahmung anderer Gruppierungen verwehren, die von der Grundproblematik her völlig anders gelagert ist, kann und sollte das nicht als Transphobie gewertet oder verstanden werden. Es gibt keinen übergroßen Trans-Topf, in den man uns alle schmeißen könnte. Damit wird man diesen Menschen mit teilweise völlig unterschiedlichen Problematiken, Motivationen, Anliegen und Ansprüchen, sowie benötigten Hilfen einfach nicht mehr gerecht. Deshalb ist eine gesunde Abgrenzung voneinander nur richtig! Diese differenzierte und sicherlich auch emanzipierte Betrachtungsweise hat jedoch nichts mit Homo- oder Transphobie, geschweige den einer Ausgrenzung anderer Gruppierungen zu tun. Solange es sich um völlig verschiedene Grundproblematiken handelt, wie auch sonst andere Gemeinsamkeiten fehlen, ist es sowieso nicht korrekt, überhaupt von einer Ausgrenzung zu sprechen.

Auch sehen sich Menschen, die mit dem Harry Benjamin Syndrom geboren wurden, nicht etwa als übergeordnete Gruppierung, beziehungsweise als was besseres, wie uns immer wieder vorgeworfen wird. Mangels fehlender Gemeinsamkeiten und völlig unterschiedlichen Problematiken gibt es nämlich kein besser oder schlechter. Genau so wenig bedeutet es jedoch, dass man uns alle in ein und das selbe Töpfchen schmeißen kann. Vielmehr wollen wir entsprechend unserer körperlich angeborenen Problematik eigenständig und gesondert betrachtet werden. Alles andere würde unsere eigenen Anliegen und Bedürfnisse nur unnötig verzerren und verfälschen. Mehr ist es nicht. Mit Ausgrenzung, Homophobie und Transphobie hat das also nichts zu tun. Wir sind auch nicht etwa Transgender-Hasser, nur weil wir selbst keine Transgender sind. Wer was anderes behauptet, lügt.

Wir bitten deshalb höflichst, diese unsinnigen Hetz-, Diffamierungs und Diskriminierungskampagnen gegen Menschen, die mit gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen, beziehungsweise mit dem Harry Benjamin Syndrom (echter Transsexualismus) geboren wurden, in Zukunft zu unterlassen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Leben und leben lassen!

 

 
<< Start < Zurück 1 2 3 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 3
Dienstag, 07. Februar 2012

Design by: LernVid.com!

-->