HBS Im Vergleich zu Transidentität Drucken E-Mail
Transidentität:
trans (lateinisch) -> jenseitig, darüber hinaus
Idem (lateinisch)  -> derselbe, dasselbe, der gleiche

Übersetzt könnte mit Transidentität eine "jenseitige" Identität gemeint sein.

Ähnlich wie mit der Begrifflichkeit Harry Benjamin Syndrom, wollte man mit dieser Bezeichnung ursprünglich ebenfalls den medizinischen Terminus Transsexualismus ablösen, zumal die Begrifflichkeit "Transsexualität" fälschlicherweise leider oftmals mit einer sexuellen Problematik oder gar mit einer sexuellen Präferenz in Verbindung gebracht wird. In der Tat zieht der einfache Normalbürger, der sich noch nie mit der Thematik, beziehungsweise Problematik befasst hat, gerne eine solche Querverbindung ins “Sexuelle”, obwohl das Wörtchen “Sex” im Wortstamm von Transsexualismus eigentlich nichts mit körperlicher Liebe zu tun hat, sondern ursprünglich vom Englischen abstammt und nichts anderes als “körperliches Geschlecht” bedeutet.

So erfanden einige Menschen also die Bezeichnung “Transidentität” und versuchten diese neue Begrifflichkeit anderen Menschen, die mit einer körperlichen Problematik geboren wurden, aufzuzwängen, ohne sich jemals Gedanken darüber gemacht zu haben, ob man sich als betroffener Mensch mit dieser neuen Begrifflichkeit überhaupt richtig bezeichnet und beschrieben fühlt.

Weshalb aber ist es falsch einen Menschen, der mit gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen geboren wurde, als Transident oder transidenten Menschen zu bezeichnen?

Im sozialpsychologischen Sinne versteht man unter Identität zum Beispiel die Kombination der Merkmale, anhand deren sich ein Individuum von anderen unterscheidet. Das erlaubt den Menschen eine eindeutige Identifizierung. Auf die Geschlechtsidentität bezogen ist das bei Menschen, die mit dem Harry Benjamin Syndrom (echter Transsexualismus) geboren wurden, die Identifikation als Frau oder Mann, trotz gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen, was für die Betroffenen jedoch in erster Linie ein körperliches Problem darstellt und kein Identitätsproblem! Wer diese Frauen und Männer jedoch als Transidente bezeichnet, zweifelt diese eindeutig weibliche oder männliche Identifikation an, beziehungsweise konstruiert aus der reelen Diskrepanz zwischen ihrer eindeutigen Identität (Frau oder Mann) und dem unpassenden, gegengeschlechtlich entwickelten Körper ein Identitätsprobleme. Aus einer körperlichen, angeborenen Problematik wird also ein Identitätsproblem konstruiert. Das ist nicht korrekt!

Außerdem stärkt und zementiert die falsche Bezeichnung Transidentität die teilweise längst überholten Thesen, dass Menschen, die mit gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen geboren wurden, generell geschlechtsidentitätsgestörte Menschen sind, beziehungsweise es sich bei der Problematik um ein Identitätsproblem handeln würde. Denn, wenn sich Betroffene schon selbst als "Transident" bezeichnen, sind sie das wahrscheinlich ja auch. Mit der Begrifflichkeit Transidentität stärkt man also diejenigen Menschen, für die wir schon seit Jahrzehnte verrückte Frauen und Männer sind.  

Es ist deshalb enorm wichtig, zwischen Menschen, die das schreckliche Pech hatten, mit gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen geboren worden zu sein und Menschen mit einem Geschlechtsidentitätsproblem (GID / Gender identity disorder) ordentlich zu unterscheiden. Ein Mensch, der mit dem Harry Benjamin Syndrom (echtem Transsexualismus) geboren wurde, hat kein Identitätsproblem, sondern ein körperliches Problem. Ein Mensch, der mit HBS geboren wurde, kann also gar kein transidenter Mensch sein, denn das körperliche Problem eines Menschen, der mit gegengeschlechtlich entwickelten Körper- und Geschlechtsmerkmalen geboren wurde, hat nichts mit seiner klaren, eindeutigen Identität als Frau oder Mann zu tun. Diese Menschen sind nicht gestört oder verrückt. Sie sind nicht Transident!

Als betroffener Mensch stelle man sich einfach mal folgende Fragen:
Habe ich ein (Geschlechts-)Identitätsproblem oder leide ich unter einem körperlichen Problem? Bei einem Identitätsproblem spräche eigentlich nichts dagegen, sich auch weiterhin als "Transident" zu bezeichnen. Für Menschen, die jedoch mit einem körperlichen Problem geboren wurden, trifft diese Bezeichnung schlichtweg nicht zu. Für Menschen, die mit der echten transsexuellen körperlichen Problematik geboren wurden, wird deshalb der neue medizinische Terminus " Harry Benjamin Syndrom" vorgeschlagen, zumal man mit dieser neuen Bezeichnung auch gleich jeglicher unglücklichen Vereinnahmung der Porno- und Sexindustrie einen Riegel vorschieben könnte. Denn die Begrifflichkeit Harry Benjamin Syndrom dürfte, ganz im Gegensatz zu den Begriffen Transsexualität und Transidentität, für diese Leute beim Werbe- und Kundenfang nicht mehr wirklich interessant sein.

Nochmals kurz auf den Punkt gebracht:

Ein Mensch, der mit  dem Harry Benjamin Syndrom (echter Transsexualismus) geboren wurde, ist nicht Transident!

 

 
Donnerstag, 23. Februar 2012

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