HBS - vormals echter Transsexualismus Drucken E-Mail

Das Harry Benjamin Syndrom (HBS) wird fälschlicherweise immer noch unter dem dem Deckmantel der Transsexualität mit dem Diagnoseschlüssel ICD-10 F64.0 der Weltgesundheitsorganisation WHO klassifiziert und diagnostiziert. Der F64.0 besagt folgendes:

F64.0 Transsexualismus:
"Der Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden. Dieser geht meist mit Unbehagen oder dem Gefühl der Nichtzugehörigkeit zum eigenen anatomischen Geschlecht einher. Es besteht der Wunsch nach chirurgischer und hormoneller Behandlung, um den eigenen Körper dem bevorzugten Geschlecht soweit wie möglich anzugleichen."

Bei dem F64.0 handelt es sich, laut WHO, um eine Geschlechtsidentitätsstörung. Mittlerweile belegen aber zahlreiche Studien und Forschungsarbeiten, dass man bei "echter" Transsexualität von körperlich bedingten Ursachen ausgehen muss. Für Menschen, die von "echter" Transsexualität betroffen sind, besteht nicht nur der Wunsch nach chirurgischer und hormoneller Behandlung, sondern die dringende Notwendigkeit! Die ganzen psychosomatischen Folge-Störungen und Erkrankungen, die parallel zu HBS vorkommen können, sind sekundär zu werten und oftmals unter der falschen Sozialisierung oder durch den enormen körperlichen und psychischen Leidensdruck, dem die Betroffenen unterliegen, entstanden.

Mit Sicherheit gibt es aber natürlich auch viele Menschen, deren Transsexualität offenbar doch als Geschlechtsidentitätsstörung gewertet werden sollte, Menschen, die von einer reinen psycho-sozialen Motivation getrieben werden, oder deren Transsexualität durch verschiedene Traumata, zum Beispiel in früher Kindheit, entstanden ist, manchmal sogar aus einer instinktiven Schutzreaktion heraus... Zahlreiche Schicksale belegen, dass es für die Entstehung dieser Transsexualität die verschiedensten Gründe geben kann. In diesem Zusammenhang wird auch immer öfters von einer psycho-sozialen Transsexualität gesprochen. Vielfach geht es nur um die soziale Anerkennung, im gewünschten Geschlecht leben zu dürfen und nicht so sehr um körperliche Angleichung. Unsere bipolare/binäre gesellschaftlich bestehende Geschlechterordnung wird in diesen Kreisen oftmals abgelehnt.

Bei der "echten" oder der "wirklichen" Transsexualität belegen hingegen aber mittlerweile zahlreiche Studien und Forschungsergebnisse, dass es sich dabei um einen neuro-biologisch, medizinischen Zustand zu handeln scheint, also um keine Geschlechtsidentitätsstörung. Solche Menschen wissen oftmals seit frühester Kindheit um ihre eigentliche Geschlechtsidentität. Sie wissen, dass ihre körperlichen Geschlechtsmerkmale dazu nicht passend sind. Und später nehmen sie in der Regel zahlreiche, schwere Operationen auf sich, um die Symptome des Harry Benjamin Syndroms zu beseitigen. Ein solcher Mensch strebt in der Regel eine körperliche Angleichung an. Für Menschen mit HBS ist eine körperliche Angleichung kein Wunsch, sondern eine Notwendigkeit.

Da es relativ schwierig ist, einem Nicht-Betroffenen Menschen die Unterschiede zwischen den verschiedenen "Gruppierungen" zu erklären, die verschiedener ja nicht sein können, spricht man bei "echter" Transsexualität mittlerweile immer häufiger von dem Harry Benjamin Syndrom (HBS). Durch das vollständige Wegfallen des Wörtchen "Trans" im Wortstamm können somit auch keine falschen Querverbindungen mehr zu irgendwelchen Mode- und Lifestyle-Erscheinungen wie Transgender, Transvestiten, Transidenten, Trans-irgendwas usw... gezogen werden.

Bei der korrekten Differenzierung der verschiedenen Gruppierungen geht es aber nicht etwa um einen Ausgrenzungsversuch irgendwelcher betroffener Menschen, sondern viel mehr um eine differenzierte Betrachtungsweise unterschiedlicher Problematiken. HBS und psycho-soziale Transsexualität sind einfach zwei verschiedene paar Schuhe. Früher oder später wird auch die WHO die Differenzierung dieser zwei verschiedenen Gruppierungen anerkennen müssen und das Harry Benjamin Syndrom (HBS) umklassifizieren, respektive einen neuen Diagnoseschlüssel dafür erschaffen.

Das Harry Benjamin Syndrom (HBS) könnte zum Beispiel beim ICD-10 irgendwo unter "Sonstige angeborene Fehlbildungen (Q80-Q89)" seine neue Heimat finden, zumal es ja mittlerweile zahlreiche Hinweise auf körperliche Ursachen gibt. Beweise, dass es sich bei HBS um eine Geschlechtsidentitätsstörung handelt, fehlen hingegen gänzlich. Nur schon das sollte uns eigentlich zu denken geben.  Die Diagnose "Geschlechtsidentitätsstörung" der WHO wurde jedenfalls bei "echter" Transsexualität, beziehungsweise dem Harry Benjamin Syndrom durch zahlreiche Studien und Forschungen widerlegt. Der derzeitige Diagnoseschlüssel F64.0 ist eine reine Verlegenheitsdiagnose. Es wird Zeit, dass das Stigma der psychosomatischen Störung endlich weg fällt. Dafür engagieren sich in Deutschland und Europa bereits zahlreiche Organisationen.

Bitte helfen Sie uns mit, indem Sie die Petition an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit unterzeichnen. Um zur Petition zu gelangen, klicken Sie bitte auf folgenden Link:  Zur Harry Benjamin Syndrom Petition 

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

 

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Dienstag, 07. Februar 2012

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